Leben mit Makuladegeneration
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Geographische Atrophie: das Spätstadium der trockenen AMD

Die geographische Atrophie ist das Spätstadium der trockenen AMD. Dabei bilden sich abgegrenzte Bereiche der Netzhautmitte zurück, in denen Sinneszellen verloren gehen. An diesen Stellen lässt das scharfe Sehen deutlich nach.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die geographische Atrophie ist das fortgeschrittene Stadium der trockenen AMD.
  • In der Netzhautmitte bilden sich klar abgegrenzte, atrophe Bereiche.
  • Das zentrale Sehen kann stark leiden, das äußere Gesichtsfeld bleibt meist erhalten.
  • In der EU ist bislang kein Medikament dagegen zugelassen, in den USA seit 2023.

Was ist die geographische Atrophie?

Bei der geographischen Atrophie sterben in der Makula nach und nach Zellen ab. Es entstehen scharf abgegrenzte Bereiche, in denen die Netzhaut und ihre Versorgungsschicht dünner werden. Der Name beschreibt das Bild, das die Augenärztin bei der Untersuchung sieht, denn die betroffenen Zonen wirken wie Flächen auf einer Landkarte. Weil genau die Stelle des schärfsten Sehens betroffen ist, macht sich die geographische Atrophie im Alltag deutlich bemerkbar.

Schaubild der fortgeschrittenen trockenen AMD. Die Vergrößerung zeigt eine Atrophie der Makula mit geschädigten Photorezeptoren und Drusen.
Fortgeschrittene trockene AMD: In der Makula ist Gewebe zurückgebildet (Atrophie), die Sinneszellen sind geschädigt.

Wie macht sich die geographische Atrophie bemerkbar?

Typisch ist ein Bereich in der Bildmitte, an dem das Sehen fehlt oder stark verschwommen ist. Beim Lesen können einzelne Wörter verschwinden. Manche Betroffene bemerken, dass sie Gesichter erst erkennen, wenn sie leicht daran vorbeischauen. Weil das äußere Gesichtsfeld erhalten bleibt, ist die Orientierung im Raum meist weiter möglich.

Wie verläuft die geographische Atrophie?

Die atrophen Bereiche breiten sich meist langsam über Jahre aus. Wie stark das Sehen leidet, hängt davon ab, ob die Mitte der Makula schon betroffen ist. Solange die zentrale Stelle verschont bleibt, kann die Sehschärfe lange erstaunlich gut sein. Erreicht die Atrophie die Mitte, nimmt das scharfe Sehen deutlicher ab.

Gibt es eine Behandlung?

In der Europäischen Union ist derzeit kein Medikament gegen die geographische Atrophie zugelassen. In den USA sind seit 2023 zwei Wirkstoffe zugelassen, die regelmäßig ins Auge gespritzt werden und das Fortschreiten der Atrophie verlangsamen sollen. Diese Mittel verbessern das Sehen nicht, sie zielen allein darauf, das weitere Wachstum zu bremsen. Auch die Photobiomodulation wird als möglicher Ansatz untersucht. Eine neutrale Einordnung finden Sie unter Photobiomodulation.

Was können Sie tun?

Auch ohne zugelassenes Medikament ist einiges hilfreich. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen behalten den Verlauf im Blick. Vergrößernde Sehhilfen und eine gute Beleuchtung erleichtern den Alltag. Anregungen dazu finden Sie unter Hilfsmittel und Alltag. Was sich sonst günstig auswirkt, lesen Sie unter Was hilft heute?.

Quellen

  1. Bundesministerium für Gesundheit. Altersbedingte Makuladegeneration (AMD). gesund.bund.de
  2. PRO RETINA Deutschland e. V. pro-retina.de
  3. AMD-Netz. amd-netz.de
  4. Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG). dog.org

Diese Seite dient der neutralen, quellenbasierten Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Zulassungen und Verfügbarkeit von Medikamenten können sich ändern und unterscheiden sich zwischen den USA und der EU.

Häufige Fragen

Was ist die geographische Atrophie?

Die geographische Atrophie ist das Spätstadium der trockenen AMD. Dabei bilden sich abgegrenzte Bereiche der Netzhautmitte zurück. In diesen Bereichen gehen Sinneszellen verloren, sodass an den betroffenen Stellen nicht mehr scharf gesehen wird.

Erblindet man durch die geographische Atrophie?

Die geographische Atrophie kann das zentrale Sehen stark einschränken. Das äußere Gesichtsfeld bleibt aber in aller Regel erhalten. Ein nützliches Restsehen für die Orientierung bleibt daher meist bestehen, eine vollständige Erblindung ist untypisch.

Gibt es eine Behandlung gegen die geographische Atrophie?

In der EU ist derzeit kein Medikament gegen die geographische Atrophie zugelassen. In den USA sind seit 2023 Medikamente zugelassen, die ins Auge gespritzt werden und das Fortschreiten verlangsamen sollen. Sie verbessern das Sehen nicht.

Wie schnell schreitet die geographische Atrophie voran?

Die Atrophie breitet sich meist langsam über Jahre aus. Das Tempo ist von Mensch zu Mensch verschieden. Wie stark das Sehen betroffen ist, hängt auch davon ab, ob die Mitte der Makula bereits erreicht ist.

Ein Angebot der JM-In UG (haftungsbeschränkt). Diese Seite bietet verständliche, quellenbasierte Informationen zur trockenen AMD und ersetzt kein ärztliches Gespräch.